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Emotionale Führung

Eine lohnende Erweiterung Ihres Führungsstil-Repertoires.

Als Führungskraft kennen und beherrschen Sie die „klassischen“ Führungsstile: Den autoritären Führungsstil, in dem der Vorgesetzte entscheidet und kontrolliert und der Mitarbeiter lediglich ausführt. Den kooperativen Führungsstil, der den Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung einbezieht und die Kontrolle „von oben“ durch die Eigenkontrolle ersetzt. Und den Laissez-fairen Führungsstil, in dem die Führungskraft auf die Kontrolle des Mitarbeiters komplett verzichtet. Für jeden dieser Führungsstile gibt es Führungssituationen, die genau diesen Führungsstil von Ihnen „verlangen“. Jetzt können Sie Ihrem Führungs-Repertoire noch einen weiteren Führungsstil hinzufügen: die emotionale Führung.

Emotionale Führung – was ist das?

Ein wesentliches Merkmal emotionaler Führung ist, dass Sie als Führungskraft in der Lage sind, der Situation entsprechend auf den einzelnen Mitarbeiter einzugehen. Die Grundlage dafür ist Ihre emotionale Intelligenz, also die Fähigkeit, sich selbst zu kennen, die eigenen Gefühle und die des Mitarbeiters zu verstehen und entsprechend einordnen beziehungsweise kontrollieren zu können. Das sind Fähigkeiten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erlernt und die ein hohes Maß an Selbsterfahrung und Selbstreflexion voraussetzen.

Wichtige Bausteine der emotionalen Führung: emotionale Intelligenz und soziale Kompetenz

Begriffe wie emotionale Intelligenz und emotionale Führung sind wesentlich von dem amerikanischen Psychologen Daniel Goleman geprägt worden und werden ebenso wie soziale Kompetenz als Schlagwörter verwendet. Doch nicht immer ist klar, was sie bedeuten.

Emotionale Intelligenz ist die Summe aus Selbstbewusstheit, Selbstmanagement und Selbstreflexion.

Selbstbewusstheit beschreibt Ihre Fähigkeit als Führungskraft, sich selbst und andere wahrzunehmen sowie Ihre eigenen Emotionen und Ihre Wirkung auf andere einschätzen zu können. Selbstbewusstheit ist geprägt von einem kompetenzorientierten Denken und der Fähigkeit bzw. Bereitschaft für einen Perspektivenwechsel.

Selbstmanagement ist die Fähigkeit, sich und die eigenen Emotionen zu managen, um insbesondere in unvorhergesehenen und kritischen Situationen angemessen agieren und reagieren zu können.

Die Selbstreflexion zeichnet sich durch ein tiefes Verständnis für die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Motive aus. Das bedeutet, dass Sie Stärken und Schwächen als Entwicklungschance begreifen. Die Selbstreflexion beinhaltet auch, dass Sie achtsam mit sich selbst umgehen und aus sich selbst heraus eine Eigenkultur entwickelt haben.

Neben der emotionalen Intelligenz ist die soziale Kompetenz ein Baustein emotionaler Führung.

Ihre soziale Kompetenz als Führungskraft zeichnet sich dadurch aus, dass Ihr Selbst von Selbstvertrauen und Urvertrauen, von Eigenverantwortung und Selbstdisziplin geprägt ist.

Als Führungskraft, die sich durch soziale Kompetenz auszeichnet, bringen Sie anderen Menschen – Mitarbeitern und Führungskräften – Wertschätzung entgegen. Sie sind kritikfähig, verfügen über eine hohe Sprachkompetenz und empathische Fähigkeiten.

Ihre soziale Kompetenz als Führungskraft zeichnet sich in Bezug auf die Zusammenarbeit mit anderen durch Teamfähigkeit, durch die Bereitschaft zur Kooperation, durch Konfliktfähigkeit und durch Kommunikationsfähigkeit aus.

Erlebbar wird Ihre soziale Kompetenz als Führungskraft auch durch Ihre Verantwortungsbereitschaft, Ihr flexibles und konsequentes Handeln in unterschiedlichen Situationen sowie Ihrem Engagement und Ihrer Leidenschaft für die berufliche Aufgabe.

Wie funktioniert emotionale Führung?

Die Grundlagen für emotionale Führung sind soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz. Hinzu kommen ein gut ausgebildetes Wertesystem, das aus Ihrer persönlichen Entwicklung resultiert und das Sie in konstruktive innere Glaubenssätze einfließen lassen. Emotionale Führung zeichnet sich außerdem durch ein positives Menschenbild und gesunden Menschenverstand aus. An dieser Stelle wird klar, dass emotionale Führung keine erlernbare Technik ist. Stattdessen ist sie eine Frage Ihrer persönlichen Einstellung.

Tatsächlich ist die Qualität der emotionalen Führung messbar. Denn aus der Wertschätzung resultiert eine emotionale Bindung, deren Wirkung sich anhand verschiedener Indikatoren quantifizieren lässt. Das bedeutet, dass emotionale Führung ganz konkrete Ergebnisse bringt:

sinkende Fehlzeiten

geringere Fluktuation

höhere Innovationskraft

Emotionale Führung führt zu einer Stärkung des Wir-Gefühls, der Marke und zu einem Wettbewerbsvorteil: Fühlen sich die Mitarbeiter wohl, fühlen sie sich enger mit dem Unternehmen verbunden und empfehlen (u.a.) die eigenen Produkte und Dienstleistungen weiter. So unterstützen Sie als Vorgesetzter, der emotionale Führung in seinen Führungsstil integriert, den Erfolg Ihres Unternehmens. Denn Ihre Vorbildfunktion ist für die positive Resonanz der Mitarbeiter entscheidend.

Emotionale Führung in Kombination mit anderen Führungsstilen

Nach Auffassung der amerikanischen Psychologen Goleman und Boyatzis sind Führungskräfte, die die emotionale Führung in ihren Führungsstil einfließen lassen, erfolgreicher. Sie etablieren ein Arbeitsklima, in dem sich Mitarbeiter verstanden und ernst genommen fühlen und in dem sie auch als Menschen behandelt werden. Es gibt einige Führungsstile, die modern und zeitgemäß sind und die sich mit der emotionalen Führung kombinieren lassen. Dazu gehören die visionäre Führung, die coachende Führung, die demokratische Führung, die fordernde Führung und die befehlende Führung.

Mit einem visionären Führungsstil geben Sie als Vorgesetzter die Richtung vor, doch Sie lassen Ihren Mitarbeitern auf dem Weg dorthin gestalterische Freiheit. Dadurch schulen Sie den Teamgeist und das Zusammengehörigkeitsgefühl Ihrer Mitarbeiter.

Als coachende Führungskraft konzentrieren Sie sich auf die individuellen Bedürfnisse und Stärken einzelner Mitarbeiter. Erforderlich sind häufige Feedbackgespräche, die zeitintensiv sind, jedoch die Vertrauensbasis stärken.

Mit einem demokratischen Führungsstil signalisieren Sie eine hohe Wertschätzung gegenüber Ihren Mitarbeitern, wodurch Sie selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln fördern. Gemeinsame Entscheidungen schaffen außerdem eine größere Akzeptanz bezüglich der von Ihnen gestellten Aufgaben.

Mit dem fordernden Führungsstil zielen Sie auf eine Leistungssteigerung ab. Das kann mit sehr leistungswilligen und ehrgeizigen Mitarbeitern funktionieren. Auf Dauer kann die fordernde Führung zu einer Überforderung von Mitarbeitern führen und im Burnout enden. Insoweit ist dieser Führungsstil nur partiell sinnvoll.

Mit dem befehlenden Führungsstil tragen Sie auf Dauer zu einem schlechten Betriebsklima bei, das unzufriedene Mitarbeiter „erzeugt“. Befehle, die ohne Wenn und Aber von Mitarbeitern befolgt werden sollen, eignen sich deshalb nur für Not- und Krisensituationen.

Entsprechend Ihrem Führungsalltag mit verschiedenen Mitarbeitern und unterschiedlichen Führungssituationen wird emotionale Führung nicht als alleiniger Führungsstil verstanden, sondern sinnvoll mit anderen Führungsstilen kombiniert. Deshalb ist Wissen um die Inhalte verschiedener Führungsstile hilfreich, um sie mit der emotionalen Führung zu verbinden. Den einen idealen, optimalen und für jede Situation allgemeingültigen Führungsstil gibt es nicht. Es ist daher wichtig, dass Sie als Führungskraft verschiedene Führungsstile beherrschen und in jeder Situation entscheiden, welcher Stil „jetzt“ passt. Und diesen souverän beherrschen.

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