Richtig motivieren

So beflügeln Sie Ihre Mitarbeiter.

Motivation spielt für die Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern eine große Rolle. Da liegt es nahe, dass Sie als Führungskraft einen positiven Einfluss ausüben möchten – besonders wenn Sie feststellen, dass die Motivation nachlässt. Motivationsforscher unterscheiden zwischen intrinsischer (d.h. der inneren) und extrinsischer (d.h. der äußeren) Motivation. Die intrinsische Variante ist stärker, sie lässt sich jedoch nur schwer beeinflussen. Auf die extrinsische Motivation können Sie hingegen direkt einwirken. Aber ist das auch immer vorteilhaft? Hier finden Sie bewährte Tipps, die Ihnen helfen, zielgerichtet Ihre Mitarbeiter zu motivieren.

1. Loben Sie aufrichtig

Ihre Mitarbeiter haben hervorragende Arbeit geleistet? Großartig! Freuen Sie sich nicht nur darüber, sondern sprechen Sie zeitnah ein aufrichtiges Lob aus. Bleiben Sie dabei authentisch. Sie sollten das Lob ernst meinen und nicht nur aussprechen, weil Sie sich mehr Motivation davon erhoffen. Wichtig ist auch, dass das Lob gezielt und von Ihnen persönlich ausgesprochen wird. Übermitteln Sie Lobesworte daher von Angesicht zu Angesicht und vergessen Sie nicht zu erwähnen, warum der Mitarbeiter gelobt wird.

2. Erkennen Sie Leistung an

Anders als beim Loben geht es hier mehr um eine anerkennende Haltung von langfristiger Natur. Mitarbeiter sollten wissen, dass sie geschätzt werden. Dazu zählen Achtungsbekundungen wie regelmäßiges Grüßen und Ihre allgemeine Gesprächsbereitschaft genauso wie ein offenes Interesse am Wohlergehen jedes einzelnen Mitarbeiters. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter wissen, dass Sie Ihre Anwesenheit willkommen heißen. Ohne ehrliche Anerkennung können Sie nicht unbedingt auf Loyalität setzen.

3. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter bei beruflichen Zielen

Viele Arbeitnehmer fürchten die berufliche Stagnation. Denn dadurch sind sie auf dem Arbeitsmarkt uninteressant und leicht ersetzbar. Zudem kann über kurz oder lang Langeweile aufkommen. Lassen Sie diese Entwicklung nicht zu und öffnen Sie Ihren Mitarbeitern Türen, um sie zu motivieren. Schulungen, Fortbildungen und Zusatzqualifikationen sind für viele Arbeitnehmer interessant. Sie müssen natürlich zum individuellen Profil passen. Dadurch motivieren Sie nicht nur, sondern das Unternehmen profitiert ebenfalls durch das zusätzliche Know-how.

4. Sorgen Sie für einen guten Teamzusammenhalt

Stellen Sie sich vor, Sie müssten sich jeden Tag zur Arbeit quälen, weil Intrigen, Mobbing und Lästereien an der Tagesordnung sind. Nicht besonders motivierend, oder? Erleichtern Sie also einen guten Teamzusammenhalt. Denn wer sich unter den Kollegen pudelwohl fühlt, den müssen Sie nur wenig von außen motivieren. Sensibilisieren Sie Mitarbeiter für negative Entwicklungen, achten Sie darauf, dass im Team konstruktiv miteinander gesprochen wird und gehen Sie gegen aufkeimende Konflikte vor. Der Teamzusammenhalt kann auch durch professionelle Teambuildings gestärkt werden.

5. Geben Sie Feedback

Wer motivieren will, der muss reden – am besten mit jedem persönlich. Laden Sie Ihre Mitarbeiter daher regelmäßig in Ihr Büro ein und geben Sie Ihnen unter vier Augen ein aufschlussreiches Feedback. Viele Arbeitnehmer erhalten zu wenig Feedback von ihren Vorgesetzten. Sie wissen nie genau, wo sie stehen und ob sie sich vielleicht verbessern können. Durch ehrliche Feedback-Gespräche vermeiden Sie destruktive Spekulationen.

6. Setzen Sie finanzielle Anreize

Auch ein Plus im Geldbeutel, ein Firmenwagen oder Sonderleistungen können Ihre Mitarbeiter motivieren. Doch beachten Sie Folgendes: Finanzielle Anreize haben oft nur sehr kurzfristige Auswirkungen auf die Motivation. Der Effekt kann genauso schnell verfliegen, wie er gekommen ist. Zudem gehören sinnvolle Gehaltserhöhungen in vielen Unternehmen sowieso zum guten Ton. Aus diesem Grund lehnen viele Unternehmen diese Form der Motivation ab.

7. Verschenken Sie kleine Aufmerksamkeiten

Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit? Vielleicht kamen Sie in den Genuss, dass ein Lehrer Ihrer Klasse Eis spendiert hat. Waren das nicht Glücksgefühle? Natürlich sind Sie heute älter und ein gewöhnliches Eis versetzt Sie nicht mehr in Freudentaumel. Doch sicher würden Sie sich trotzdem über diese freundlich gemeinte Aufmerksamkeit freuen. Denn es ist ein Zeichen der Wertschätzung. Warum also nicht den Mitarbeitern etwas Gutes tun? Es geht natürlich mehr um die Geste als um das Geschenk. Daher sind auch andere Aufmerksamkeiten effektiv, wie ein vorgeschobener Feierabend oder persönliche Glückwünsche zum Geburtstag.

8. Delegieren Sie Aufgaben an die richtigen Leute

Als Führungskraft haben Sie viel zu tun. Sie haben keine andere Wahl, als Aufgaben an Mitarbeiter zu delegieren. Dadurch entlasten Sie nicht nur sich selbst, sondern Sie motivieren auch Ihre Mitarbeiter. Das gilt vor allem dann, wenn die delegierten Aufgaben von höherer Bedeutung, also nicht unerheblich sind. Damit dieser Tipp seine volle Wirkung entfaltet, müssen Sie Ihre Mitarbeiter gut kennen. Sie sollten wichtige Aufgaben nur an diejenigen Mitarbeiter delegieren, für die die Aufgabe eine Herausforderung darstellt, aber gleichzeitig noch gemeistert werden kann.

9. Lassen Sie Mitarbeiter an Entscheidungen teilhaben

Sie treffen in Ihrem Arbeitsalltag zahlreiche Entscheidungen. Doch sind die Entscheidungen auch klug? Bitten Sie doch mal Ihre Mitarbeiter um ihre Meinung, wenn Sie das nächste Mal vor einer größeren Entscheidung stehen. Denn diese sind es, die die Folgen am ehesten ausbaden müssen. Fragen Sie Ihr Team um Rat – so zeigen Sie Ihr Vertrauen und erkennen die Leistung von Einzelnen an. Außerdem lässt sich durch diese einfache Maßnahme die Entscheidungsqualität verbessern. Übrigens: Wer bei wichtigen Entscheidungen Mitarbeiter miteinbezieht, kann sich in der Regel ihrer Unterstützung sicher sein.

10. Sagen Sie Danke

Danksagungen sind heute nicht mehr selbstverständlich. Viele Chefs denken, dass die Mitarbeiter doch schon genug Dank in Form des Jahresgehaltes erhalten. Doch damit machen sie es sich zu leicht. Einen Dank auszusprechen ist ein weiteres Zeichen der Wertschätzung und hilft, Ihre Mitarbeiter zu motivieren. Sie spüren dadurch, dass sie etwas Wertvolles zum Unternehmenserfolg beigetragen haben, und dass es nicht bedeutungslos ist, was sie tun. Sagen Sie also Danke, wann immer sich eine Gelegenheit dafür bietet. Ihre Mitarbeiter werden es zu schätzen wissen und eher dazu bereit sein, Ihnen ebenfalls zu danken.Ist Motivieren überhaupt sinnvoll?

Motivationsforscher bezweifeln, dass es überhaupt möglich ist, die Motivation von außen zu beeinflussen. Auch wenn Sie sich darum bemühen, kann Ihnen niemand den Erfolg garantieren. Es sollte Ihnen vielleicht mehr darum gehen, dem Mitarbeiter zu erleichtern, sich selbst zu motivieren. Auf dieser Basis finden Arbeitnehmer oft ihren eigenen Weg. Übrigens: Wer Motivation fördern will, der sollte vor allem die vorhandene Motivation der Mitarbeiter nicht zerstören. Was Sie auf jeden Fall vermeiden sollten, erfahren Sie in unserem zweiten Motivationsratgeber: Was Mitarbeiter ausbremst.

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