Job kündigen – die richtige Entscheidung?

Bewusst einen Schlussstrich ziehen, wenn es Zeit wird. Und den nächsten Schritt gehen.

Trotz Einsatz, trotz Engagement, trotz beruflicher Erfolge kann es in Ihrem Berufsleben Situationen geben, in denen es notwendig ist, konsequent einen Schlussstrich zu ziehen, indem Sie Ihren Job kündigen. Warum das oft so schwierig ist und wann ein guter Zeitpunkt ist, loszulassen und den nächsten Schritt zu machen, lesen Sie hier.

Warum es uns schwerfällt, einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen

Haben Sie sich erst einmal dazu entschlossen, werden Sie erleichtert den nächsten Schritt machen. Doch bis dahin ist es oft ein langer und zum Teil beschwerlicher Weg. Das ist nicht verwunderlich, weil Sie einerseits eine endgültige und unumstößliche Entscheidung treffen: Ist die Kündigung erst einmal eingereicht, gibt es kein Zurück mehr. Andererseits steht sofort die Frage im Raum, ob diese Entscheidung auch wirklich richtig war. Diese Zweifel werden umso größer sein, je weniger Sie als Mensch Veränderungen mögen.

Ein dritter Aspekt kommt dazu: Gegenwind und Kritik. Denn nicht jeder wird Ihre Entscheidung nachvollziehen können und gutheißen. Das gilt für Kollegen e

benso wie für Ihren Arbeitgeber und Ihre Mitarbeiter, von denen wahrscheinlich einige versuchen werden, Sie zum Bleiben zu überreden – und Sie werden staunen, wie viele Argumente sie parat haben. Sofern Sie eine Familie haben, wird sich möglicherweise auch hier Widerstand regen. Das kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass Sie mit Ihrer Entscheidung alleine sind. Sie brauchen also eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und Rückgrat, um gegen diese Kritik bestehen zu können und den nächsten Schritt zu gehen.

Nach Alternativen suchen: der Schlussstrich als letzte Option

Einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen, ist meist die letzte Option. Davor liegen weitaus bequemere und einfachere Wege, die es möglich machen, den endgültigen Schritt solange wie möglich hinauszuzögern – oder gar zu vermeiden. Hier ist Ihre Kreativität und Lösungskompetenz gefordert. Denn es wird sich nichts an Ihrer aktuellen beruflichen Situation verändern, wenn Sie nichts verändern. Albert Einstein hat es auf den Punkt gebracht: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“. Sollten Sie also die unangenehme Wahrheit weiter verdrängen und die missliche Lage im Job bagatellisieren und schönreden, kann es passieren, dass Sie über viele Jahre und Jahrzehnte in einer unangenehmen Jobsituation verharren und das, obwohl die negativen Faktoren und die Unzufriedenheit Tag für Tag zunehmen.

Den nächsten Schritt gehen – nach einem Perspektivenwechsel

„Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer“ ist eine Lebensweisheit des römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca, die sehr gut beschreibt, dass Sie es eigentlich sind, der den nächsten Schritt erschwert. Verändern Sie daher den Blickwinkel und betrachten Sie Ihre Situation mit einem gewissen Abstand. Manche Menschen gehen in die Natur, um Klarheit zu gewinnen, andere verreisen einige Tage. Allein das Verlassen der aktuellen Situation kann helfen, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Dazu gehört auch, dass Sie sich auf das konzentrieren, was Sie gewinnen, wenn Sie einen Schlussstrich ziehen.

In diesen Situationen sollten Sie Ihren Job kündigen

Ein beruflicher Schlussstrich mag sich zunächst wie eine Niederlage anfühlen. Deshalb sollten Sie den Blick auf den nächsten Schritt, auf das Danach richten, auf den neuen Weg, den Sie mit Ihrer Entscheidung einleiten. Es gibt bestimmte Situationen und wirklich gute Gründe, die Ihnen die Entscheidung, die Reißleine zu ziehen und zu kündigen, leichter machen, nämlich diese:

1. Ihre Gesundheit leidet unter Ihrer beruflichen Situation

Ein ungesundes Arbeitsklima, anhaltender Stress sowie dauerhafte Unzufriedenheit hinterlassen Spuren. Sobald Ihre Gesundheit aufgrund der psychischen oder physischen Dauerbelastung merklich angeschlagen ist, sollten Sie eine Kündigung als nächsten Schritt in Erwägung ziehen. Was vielleicht harmlos mit Kopfschmerzen beginnt, kann über Burnout bis zu Depressionen führen. Ziehen Sie einen Schlussstrich, bevor es so weit kommt.

2. Ihr Job ist langweilig und monoton

Ebenso wie Stress können auch Monotonie oder Langeweile zu einer ernsthaften Belastung werden. Sofern es sich nicht um die Ausnahme, sondern um die Regel handelt, wird es allerhöchste Zeit, dass Sie nach neuen Herausforderungen Ausschau halten. Denn Langeweile und Monotonie im Job können dieselben gesundheitlichen Folgen wie Stress nach sich ziehen. Sie sollten sich auch fragen, warum Ihr Arbeitsplatz mit so wenig Verantwortung ausgestattet ist und ob Sie möglicherweise gemobbt werden. Spätestens wenn Ihre rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sollten Sie kündigen.

3. Die vermeintliche Karriereleiter entpuppt sich als Einbahnstraße

Sie haben sich viel in Bezug auf Ihre Karriere versprochen, als Sie diese Position angenommen haben. Sie haben alles gegeben und ohne Unterlass gearbeitet, immer mit dem Ziel des beruflichen Aufstiegs vor Augen. Doch nun stellen Sie fest, dass sich diesbezüglich nichts tut und Sie sich in einem Hamsterrad befinden. Möglicherweise sind Sie bei einer Beförderung einmal oder mehrmals übergangen worden, oder die Unternehmensstrukturen erlauben keinen weiteren beruflichen Aufstieg. Machen Sie sich klar: Wenn es keinen Weg nach oben gibt – aus welchen Gründen auch immer – dann sollten Sie als Fach- und Führungskraft einen Schlussstrich ziehen.

4. Sie können sich nicht mehr mit Ihrem Arbeitgeber identifizieren

Sie haben die emotionale Bindung zu Ihrem Arbeitsplatz verloren? Die im Unternehmen gelebten Werte sind nicht mehr deckungsgleich mit Ihren Werten, oder die betriebliche Situation hat sich in den vergangenen Jahren zum Schlechten entwickelt? Sie erfahren von Ihrem Arbeitgeber keinerlei Wertschätzung, und Ihre Verbesserungsvorschläge werden immer wieder verworfen? Da wundert es nicht, dass Sie sich dem Unternehmen nicht mehr verbunden fühlen. Werden Sie sich bewusst, dass Sie in diesem Umfeld nicht mehr glücklich werden können: Es wird Zeit, Ihren Job zu kündigen.

5. Sie haben die Leidenschaft für Ihren Beruf verloren und wollen nicht mehr

Es ist nicht einfach, die Leidenschaft für einen Job über Jahre aufrecht zu erhalten. Vielleicht haben Sie sich weiterentwickelt, neue Fähigkeiten erlernt, sind reich an Erfahrung und wünschen sich nun, das alles umzusetzen. Möglicherweise brennt Ihre Leidenschaft für andere, neue Projekte, die Sie in diesem Unternehmen nicht realisieren können. Sie wissen das, fürchten sich jedoch (noch) vor einem Neustart. Gönnen Sie sich die Zeit, überlegen Sie sorgfältig den nächsten Schritt und nehmen Sie sich eine Lebensweisheit von Charles Maurice de Talleyrand, französischer Staatsmann in der Zeit Napoleons, zu Herzen, der sagte: „Nichts verschafft mehr Ruhe als ein einmal gefasster Entschluss.“

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Sie immer dann einen Schlussstrich ziehen sollten, wenn Sie bereits innerlich gekündigt haben. Die innere Kündigung geht der eigentlichen Kündigung voraus. Das bedeutet, dass Ihr Inneres schon längst den nächsten Schritt einfordert.

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