Ratgeber zum Bewerbungsgespräch: So gelingt Ihnen der überzeugende Auftritt
Bewerbungsgespräch

Ratgeber zum Bewerbungsgespräch: So gelingt Ihnen der überzeugende Auftritt

Sie sind demnächst zu einem Bewerbungsgespräch für Ihren Wunsch-Arbeitsplatz eingeladen? Dann sollten Sie die verbleibende Zeit nutzen, um sich intensiv vorzubereiten. Pünktlichkeit, ein angenehm trocken-fester Handshake und das passende Outfit für den Anlass sollten dabei natürlich selbstverständlich sein. Doch was müssen Sie sonst beachten, um das Interview überzeugend zu meistern?

Lockerer Smalltalk zum Einstieg

Zur Begrüßung werden Ihnen bereits erste Fragen gestellt, allerdings in Form lockeren Smalltalks. Mögliche Fragen sind, ob Sie eine gute Anreise hatten oder ob Ihnen das Wetter zusagt. Richtige Antworten gibt es nicht. Antworten Sie ganz spontan. Freundlichkeit und Höflichkeit sind aber oberstes Gebot. Viel wichtiger als das, was Sie sagen, ist jetzt Ihr Auftreten. Suchen Sie Augenkontakt und lächeln Sie. Halten Sie sich aufrecht, gestikulieren Sie ein wenig in angemessener Weise und verschränken Sie Ihre Arme nicht. Denken Sie daran, dass Sie nur eine einzige Gelegenheit für den ersten Eindruck haben. Die Tipps zu Gestik, Mimik und Körperhaltung sollten Sie das Gespräch über beibehalten.

Sie werden vermutlich gefragt, ob Sie etwas trinken möchten. Sie haben gerade keine Lust auf Wasser, Saft oder Kaffee? Nehmen Sie das Angebot trotzdem an. Es ist eine Frage der Höflichkeit und zeigt, dass Sie sich die Zeit nehmen möchten, ein tiefergehendes Gespräch in entspannter Umgebung zu führen. Bedenken Sie auch, dass Sie anschließend sehr viel sprechen werden und ein trockener Mund dabei stört.

Die Vorstellungsrunde

Jetzt beginnt das eigentliche Vorstellungsgespräch. Als erstes werden Sie in der Regel gebeten, sich vorzustellen. Hierbei haben Sie relativ freie Hand, doch einige Fakten sollten Sie unbedingt einbringen. Sehen Sie die Vorstellung als Möglichkeit, Ihren Lebenslauf mündlich vorzutragen, aber natürlich nicht so formal und linear, sondern möglichst lebhaft und originell.

Primär stellen Sie die wichtigsten relevanten Eckpfeiler Ihrer Persönlichkeit vor ¬- und zwar werbend und präsentierend. Ihre Vorstellung sollten Sie im Optimalfall schon zu Hause vorbereitet und eingeübt haben. Mit Kreativität und einer Prise Humor können Sie punkten. Unter Umständen müssen Sie auch improvisieren und eine Ihnen gestellte Aufgabe lösen oder ähnliches. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie bereits klar machen, was Sie zu diesem Unternehmen geführt hat. Lassen Sie Ihre Erläuterungen daher auf diese Information zufließen.

Im Anschluss stellen sich Ihnen die Gastgeber selbst und das Unternehmen vor. Möglicherweise werden Sie zuerst gefragt, was Sie bereits über das Unternehmen wissen. Rechnen Sie unbedingt mit dieser Frage. Sie wird gern gestellt, denn so erkennen die Personaler, ob Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und sich aktiv vorbereitet haben. Wer hier nur herumstammelt, macht sich schnell uninteressant.

Warum sind Sie für den Job am besten geeignet?

Der nächste Part wird vermutlich der umfangreichste – aber auch der anstrengendste – sein. Nun geht es darum zu klären, warum das Unternehmen Sie und keinen anderen Bewerber einstellen soll. Beachten Sie dabei, dass Ihnen nicht der Fehler passiert, dass Sie andere Bewerber schlecht reden. Sie sollten sich ausschließlich auf sich selbst und Ihre Vorzüge konzentrieren und zwar auf positive Art. Ihre Motivation sollte glasklar durchklingen und stimmig sein. Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

– Warum wollen Sie ausgerechnet in diesem Unternehmen tätig sein?
– Warum möchten Sie gerade in dieser Position arbeiten?
– Welche Qualifikationen machen Sie für die Stelle unverzichtbar?
– Welche persönlichen Eigenschaften qualifizieren Sie?
– Bei Arbeitsplatzwechsel: Warum suchen Sie den Wechsel?

Die Antworten auf diese Fragen sollten Sie sich nicht spontan überlegen, sondern bewusst vor dem Termin einüben. Achten Sie darauf, einen überzeugenden und ehrlichen Bezug zwischen sich und dem einstellenden Unternehmen herzustellen. Umso besser Ihnen das gelingt, desto vorteilhafter. Bei der letzten Frage sollten Sie kein schlechtes Wort über bisherige Arbeitgeber und Kollegen verlieren, auch wenn Sie wegen Streitigkeiten das Unternehmen verlassen wollen.

Fragen zu Ihren Stärken und Schwächen

Bei solchen Fragen sollten Sie ehrlich und authentisch antworten. Antworten wie „Ich habe keine Schwächen“, oder sonstiges übertriebenes Eigenlob kommen selten gut an. Genauso wenig sollten Sie sich schlechter darstellen, als Sie sind. Menschen, die weniger selbstbewusst sind, neigen ungerechtfertigterweise dazu. Wenn Sie ein Händchen dafür haben, können Sie die Antworten auf diese Fragen auch humorvoll oder charmant verpacken.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Was sind Ihre Ziele?

Diese beliebten Fragen sind ein Test, ob Sie diesen Arbeitsplatz auch wirklich wollen. Es könnte ja sein, dass Sie den Job nur dazu nutzen wollen, um eine Lücke zu einer besseren Stelle zu überbrücken. Davor möchten sich Unternehmen verständlicherweise schützen, denn wenn in Kürze erneut Bewerbungsgespräche für diese Stelle geführt werden müssen, ist das natürlich ärgerlich. Die beste Antwort auf die Frage ist also die, die zeigt, dass der Job, auf den Sie sich bewerben zu Ihren langfristigen Zielen passt.

Organisatorische Fragen

Anschließend klären Sie das Organisatorische. Beispielsweise wird Ihnen erklärt, mit welchen Abteilungen Sie zusammenarbeiten, wie groß Ihr Team ist, oder Sie erhalten allgemeine Informationen zu Ihren Arbeitsabläufen oder Beförderungsmöglichkeiten. Sie können eigene Fragen stellen, aber vermeiden Sie bitte die folgenden No-Go-Themen:

– Betriebsklima
– Persönlichkeit/Gehalt von Kollegen oder Vorgesetzten
– jährliche Urlaubstage
– Pausenzeiten
– betriebliche Vergünstigungen
– Sonderleistungen

Die Gehaltsverhandlung

Zu Ihren Gesprächsvorbereitungen sollte eine Recherche gehören, welches Gehalt Sie in dieser Position mit Ihren individuellen Eigenschaften erwarten können. Sie überzeugen, wenn Sie Ihr gewünschtes Jahresgehalt frei heraus nennen – und zwar klar und deutlich. Wer um den heißen Brei herumredet oder sich unter Wert verkauft, befindet sich auf einem schlechten Verhandlungsposten und ruiniert vielleicht sogar seine Einstellungs-Chancen.

Welche Fragen Sie stellen sollten

Am Gesprächsende dürfen Sie eigene Fragen stellen. Das Angebot sollten Sie annehmen, denn dadurch wird Ihr Interesse, Ihre Eigeninitiative, Ihr Intellekt und Ihre Vorbereitungsintensität geprüft. Die besten Fragen haben Sie sich bereits im Vorfeld überlegt. Es ist aber wichtig, dass Sie sehr aufmerksam dem Gespräch folgen. Denn es wirkt sich negativ aus, wenn Sie jetzt eine Frage stellen, die im Gespräch längst beantwortet wurde.

Gute Fragen zu finden, ist gar nicht so einfach. Sie können beispielsweise fragen, welche Herausforderungen Sie in Ihren ersten Monaten erwarten. Oder warum die angestrebte Stelle frei ist. Sie können auch den Spieß umdrehen und die Personaler fragen, weshalb sie selbst für das Unternehmen arbeiten. Zum Schluss werden Sie über den Rückmeldezeitraum informiert und verabschiedet. Dann dürfen Sie hoffentlich fragen: Wann darf ich anfangen?