Work-Life-Balance
PERM4 | Work-Life-Balance

Work-Life-Balance im Vertrieb ein Mythos?

Jeder Vertriebler definiert Work-Life-Balance, das Anstreben oder Aufrechterhalten des Gleichgewichtszustands von Berufs- und Privatleben, unterschiedlich. Die gestellte Frage kann daher aus unserer Sicht nicht pauschal beantwortet werden. Eine klassische Trennung von Berufs- und Arbeitsleben, wie es oft diskutiert und gefordert wird, gibt es im Vertrieb sicherlich nicht. Das war schon immer Realität und ist dem Berufsbild geschuldet. Wie der Einzelne aber seine persönliche Balance bewertet, ob er sie als ausreichend oder instabil bezeichnet, hängt von individuellem Anspruch und der spezifischen Einstellung sowie Erwartungshaltung zum Vertriebsjob und des Lebensmodells ab.

Aus Vertriebssicht definiert der Eine Work-Life-Balance mit der Möglichkeit zur flexiblen Arbeitszeit. Dies ist vor allem im Außendienst das relevante Thema. Für den Anderen deutet sich die gewünschte Balance bei Telearbeitsplatz, Home-Office bis hin zu Arbeitsplatzsicherheit an. Fragen zur Unternehmenskultur stellt sich aber wohl jeder.

„Wir erleben bei unseren Gesprächen zur Besetzung von Vertriebspositionen eine große Bandbreite hinsichtlich der Erwartungshaltung an einen neuen Arbeitgeber“, erklärt Roland Buchmann, Geschäftsführer bei PERM4. „Bei all dem Anspruch der Kandidaten – möglichst viele Aspekte wollen vor Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrages geklärt sein – muss berücksichtigt werden, dass Vertrauen des Arbeitgebers und eine daraus resultierende Flexibilität in gewisser Weise erst erarbeitet werden muss“, so Roland Buchmann weiter.

Den wachsenden Forderungen gehen aber immer mehr Unternehmen nach. Im Vertrieb vor allem wenn durch Einsatz des Mitarbeiters der entsprechende Erfolg und die Erreichung von Umsatzzielen resultieren. Dann werden zunehmend die Wünsche nach individueller Gestaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Unternehmensseite unterstützt. Dies fördert umgekehrt die Motivation, Loyalität und Bindung. Der Idealfall, da für beide Seiten eine Win-Win-Situation entsteht.

Vertrieb komplexer Produkte und Dienstleistungen aber auch Führungsverantwortung hindern ein Gleichgewicht

Dass komplexe Produkte und Dienstleistungen, vor allem aber Führungsverantwortung sich schwierig mit der klassischen Teilung von „Work-Life“ verbinden lassen, ist eine unumstrittene Tatsache.

Beim Vertrieb von eher komplizierten Produkten und Dienstleistungen ist die Flexibilität hinsichtlich Arbeitszeit und -ort zunehmend schwieriger darzustellen. Grund hierfür sind die erheblichen Abstimmungs- und Koordinationstätigkeiten im Unternehmen, die nötig sind und in den meisten Fällen bisher nur teilweise durch IT-Unterstützung deutlich vermindert werden können.

„Flexible Arbeitsbedingungen sind in vertrieblichen Führungspositionen kaum realisierbar“, erläutert Roland Buchmann. „Wie so oft im Leben, hat alles seinen Preis – wer Führungsverantwortung hat, der wird schon allein aufgrund seiner Vorbildfunktion einen Großteil der flexiblen Arbeitsweise aufgeben müssen. Auch wenn sich Erfolg im Vertrieb oft leicht in Zahlen messen lässt, Führungskräfte haben eigentlich immer eine Vorbildfunktion inne. Das bringt neben vielen positiven Herausforderungen natürlich einige Einschränkungen mit sich.“

Diese „Einschränkungen“ müssen einer Work-Life-Balance aber nicht widersprechen. Man muss lernen mit den aufkommenden Belastungen unserer Zeit umzugehen – insbesondere bei Erreichung höherer Hierarchieebenen und Verantwortung. Die richtige Planung, strukturiertes Vorgehen und ein effizientes Zeitmanagement sind und werden weiter von enormer Bedeutung sein. Prioritäten richtig managen zu können, ist das Wichtigste für Arbeitnehmer und -geber. Nur so können Zeit- und Kraftressourcen gezielt eingeteilt werden – ein wesentlicher Schritt für ein positives Gleichgewicht aller Lebensbereiche.