Rekrutierung aus Unternehmenssicht – eine sich dramatisch verändernde Herausforderung

Die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften bzw. die Möglichkeiten, passende Leistungsträger zu rekrutieren, verändern sich. Teilweise dramatisch. Diese Veränderungen betreffen sowohl die Kandidaten, wie ich bereits im meinem letzten Artikel Jobsuche in Veränderung (https://www.perm4.com/blog/jobsuche_aus_kandidatensicht_in_vereanderung/) erwähnt habe, als auch die suchenden Firmen.

Vor noch nicht allzu langer Zeit nutzen Unternehmen für das Recruiting ihrer Fach- und Führungskräfte fast ausschließlich Printmedien. Allen voran die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das wichtigste Leitmedium für Stellenangebote im Bereich der Fach- und Führungskräfte. Stellenanzeigen waren der Standard bis zum Ende der 90er Jahre. Mit dem Start von Monster.de wurden neue Maßstäbe auf dem deutschen Markt gesetzt: die Online-Personalbeschaffung ergänzte (und ersetzte mehr und mehr) die gedruckte Suche nach den richtigen Mitarbeitern.

Denn schnell folgten weitere Online-Stellenportale, die sich in einem weiteren Schritt auf bestimmte Tätigkeitsrollengebiete – wie beispielsweise IT und Telekommunikation – fokussierten und spezialisierten. Zusätzlich entstanden – wie es häufig der Fall ist, wenn Unübersichtlichkeit droht – eine Reihe von Meta-Suchmaschinen und Crawlern. Diese versuchen das Angebot für den suchenden Kandidaten zu strukturieren und – z.B. über integrierte Werbemöglichkeiten – einen Teil des Kuchens für sich in Anspruch zu nehmen.

Unterstützt wird der Trend hin zum Online-Recruiting durch Business Social Media–Portalen wie XING und LinkedIn, die sowohl Unternehmen, als auch Personalberatern eine interessante Möglichkeit für die Direktansprache von Kandidaten – insbesondere für die Zielgruppe der Fach- und Führungskräfte – bieten. Im Bereich der gewerblichen Arbeitnehmer und der Berufseinsteiger wird zunehmend auch Facebook und Instagram eine Rolle spielen, begleitet mit weiteren technischen Möglichkeiten der Digitalisierung wie Catboots, Video-Interviews etc.

Grundlegende Veränderung durch Google for Jobs

Durch den Start von Google for Jobs in Deutschland im Mai 2019 dürften sich hierzulande die Spielregeln und Mechanismen für die gesamte Recruiting-Kommunikation on- und offline nochmal grundlegend verändern. Für die Printmedien wird es endgültig zur existenziellen Herausforderung, sich mit ihren offensichtlichen Nachteilen im Hinblick auf Aktualität, Struktur und insbesondere auf die Eingrenzung der Zielgruppen, als sinnvolle Medien für Stellenanzeigen zu behaupten. Für die Online-Stellenportale gilt es nun noch mehr, zusätzlichen Mehrwert zu stiften und vor allem Alleinstellungsmerkmale gegenüber Google for Jobs zu finden und anzubieten. Hier dürfen wir gespannt in die Zukunft sehen.

Aber Achtung – bei allen Veränderungen muss man auch berücksichtigen, dass es neben den „offenen“ Stellenangeboten immer auch einen „verdeckten“ Arbeitsmarkt geben wird. Es handelt sich dabei um Positionen, die nicht öffentlich ausgeschrieben werden.
Gleichzeitig gibt es immer auch Fach- und Führungskräfte, die wechselwillig aber – aus den unterschiedlichsten Gründen – nicht selbst aktiv auf der Suche nach einer neuen Stelle sind. Deren Wechselbereitschaft intensiviert sich erst, wenn ihnen eine interessante Perspektive angeboten wird.

wie zufrieden sind Sie im Allgemeinen mit Ihrem derzeitigen Job?

Quelle: Stepstone Studie Jobsuche im Fokus.

Mein persönliches Fazit ist daher: Personalberatungen werden beim Jobwechsel eine immer wichtigere Rolle spielen. Denn wirtschaftlich macht es für ein Unternehmen keinen Sinn, den gesamten Bewerbungsmarkt im Blick zu halten, um eine Position mit dem geeigneten Mitarbeiter neu zu besetzen. Darüber hinaus ist der Bewerbermarkt in hohem Maße intransparent und die große Zahl der (wirklich interessanten) „latent Suchenden“ erschwert die Besetzung mit dem besten am Markt verfügbaren Kandidaten.

Ich nehme zusätzlich wahr, dass die externe Unterstützung bei der Definition der Anforderungen an den Bewerber eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Darüber hinaus kann der Personalberater als „unabhängiger Dritter“ den gesamten Prozess neutral moderieren und bei Interessenskonflikten eingreifen.

Die Zusammenarbeit mit Personalberatungen ist sowohl für Unternehmen als auch für die Kandidaten sehr effektiv. Auf diese Weise können offene Positionen schnell und effizient mit den geeigneten Fach- und Führungskräften erfolgreich besetzen.

Mein Name ist Alex Gerritsen. Ich bin seit fast 20 Jahren aktiver Teil der internationalen Personalberatungs-branche. In diesem Blog werde ich zu aktuellen Themen rund um die Personaldienstleistung Stellung nehmen, die mich bewegen. Dabei geht es nicht um mich. Sondern um Sie. Mein Ziel ist es, Impulse zu geben und Mehrwert zu bieten. Für Personalverantwortliche. Für Fach- und Führungskräfte. Für den Markt. Für Sie.

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