Arbeitgeber müssen flexibel sein, um ihre Mitarbeiter zu halten.

Flexibilität – die neue Währung im Retention Management

Wir müssen heute anpassungsfähig sein!

Starre Regeln, wie sie mir aus der Anfangszeit meiner beruflichen Laufbahn in guter Erinnerung sind, passen nicht mehr in die heutige Zeit, in der der Wunsch der Beschäftigten nach Mitbestimmung von Arbeitszeit und Arbeitsort enorm zugenommen hat.
Es sind längst nicht nur die arbeitenden Mütter, die sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wünschen. Arbeitnehmer aller Altersstufen legen mehr Wert auf Flexibilität und Entgegenkommen der Unternehmen, um aus dem Korsett der 40-Stunden-Woche im Büro herauszukommen.

Daher sind Home-Office-Tage immer häufiger schon ein fester Bestandteil im Arbeitsvertrag. Der moderne Arbeitnehmer möchte Arbeitszeit und -ort selbst mitbestimmen. Dank der Möglichkeit eines häufig kostenfreien Internetzugangs an nahezu jedem Platz der Welt lässt sich mittlerweile – wenigstens temporär – fast jeder Arbeitsplatz verlegen. Dadurch lassen sich lange Anfahrtswege ersparen und die geforderte Arbeitszeit mit den Bedürfnissen der Familie vereinbaren.

Home-Office nur ein Aspekt

Obwohl natürlich Home-Office-Tage sehr verlockend wirken, muss solch ein Arbeitstag gut organisiert werden. Auch die Ablenkungen, die zu Hause mit der Familie lauern, sollten im Arbeitspensum berücksichtigt werden.
Wer also dazu neigt, sich zu verzetteln oder die notwendige Disziplin zu Hause nicht aufbringen kann, um die gleiche Arbeit wie im Büro zu leisten, für diesen Mitarbeiter wird wohl der Schreibtisch im Büro Vorrang haben müssen.

Trotzdem ist die Zeit der starren Arbeitszeitregelungen vorbei. Die Bedürfnisse der Menschen haben sich verändert!

Es gibt mehr und mehr Mitarbeiter, die für einige Monate oder gar ein Jahr aus dem Berufsalltag aussteigen möchten. Der Grund für ein Sabbatical kann dabei äußerst vielfältig sein, beginnend bei einer Weltreise, einem Transatlantik-Segeltrip und endend bei der Wanderung auf dem Jakobsweg. Andere wiederum möchten ihre Arbeitszeit nur reduzieren, um einer beruflichen oder privaten Weiterbildungsmöglichkeit zu folgen oder um ein Familienmitglied zu pflegen.
Beim näheren Hinsehen würde ich sogar behaupten wollen, dass die persönliche Zeit für den Mitarbeiter inzwischen vielfach wichtiger geworden ist als das Gehalt!

Gesetzgeber unterstützt Flexibilität

Unternehmen werden zukünftig mehr und mehr gefordert sein, individuelle Lösungen mit ihren Mitarbeitern zu treffen, was die Arbeitswelt der Zukunft um einiges komplizierter werden lässt. Die Unternehmen werden damit vor große Herausforderungen gestellt. Beginnend bei der Regelung von Kernarbeitszeiten, aber auch hinsichtlich individuellen Regelungen für Teilzeit. Hier hat der Gesetzgeber den Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Teilzeitarbeit ab 1. Januar 2019 im Teilzeit- und Befristungsgesetz verankert. Obwohl hier u.a. Restriktionen in der Anzahl der anspruchsberechtigten Mitarbeiter aufgenommen sind, kann dies für ein Unternehmen einen enormen Spagat bedeuten – einerseits den Mitarbeitern Flexibilität zu ermöglichen, aber auch gleichzeitig auf planbare Kapazitäten zurückgreifen zu können.
Um Planungssicherheit zu haben und notwendige Qualifikationen vorzuhalten, müssen auf Seite der Unternehmen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Auch der Gesetzgeber hat erkannt, dass diese Flexibilität für kleine Unternehmen nicht ohne weiteres darstellbar ist, indem Unternehmen mit bis zu 45 Beschäftigten von der neuen gesetzlichen Teilzeitregelung ausgenommen sind.

Schließlich gilt es, verschiedene Aspekte zu klären:
Wer besetzt nun das Projekt, wenn der Mitarbeiter für drei Monate weg ist?
Wie werden die Aufgaben auf das Team verteilt, wenn ab sofort ein Mitarbeiter nur noch in Teilzeit beschäftigt ist? Bringen diese Vereinbarungen Unruhe ins Team? Ist die Verlagerung der Arbeit auf das Team fair?

Es ist mir bewusst, dass in Unternehmen die Flexibilisierung der Arbeitszeit ein hohes Maß an Bereitschaft für organisatorische Veränderungen und dadurch Feinfühligkeit, sozialer Kompetenz und Empathie benötigt. Auf Seiten der verantwortungsbewussten Mitarbeiter müssen wir wohl auch grundsätzlich unterscheiden zwischen der „möglichen“ Flexibilität und der „genommenen“ Flexibilität. Alle Beteiligten sollen weitgehend zufriedengestellt werden, um gemeinsam im Unternehmen die gesteckten Ziele zu verwirklichen. Denn nur mit zufriedenen und motivierten Mitarbeitern, ist es möglich, erfolgreich zu sein.

Mein Name ist Alex Gerritsen. Ich bin seit fast 20 Jahren aktiver Teil der internationalen Personalberatungs-branche. In diesem Blog werde ich zu aktuellen Themen rund um die Personaldienstleistung Stellung nehmen, die mich bewegen. Dabei geht es nicht um mich. Sondern um Sie. Mein Ziel ist es, Impulse zu geben und Mehrwert zu bieten. Für Personalverantwortliche. Für Fach- und Führungskräfte. Für den Markt. Für Sie.

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